Hey du, ich muss dir unbedingt von meiner neuen Kunstserie erzählen – sie heißt "OH BOY" und ist echt ein großer Schritt für mich. In der Vergangenheit habe ich immer mal wieder Männer gemalt, meistens berühmte Ikonen, Schauspieler und Sänger, oft auch als Auftragsarbeiten. Aber Ende letzten Jahres habe ich mir selbst die Challenge auferlegt, eine reine Männer-Serie zu malen, ohne bekannte Gesichter. Ich wollte, dass die Gemälde von dem Gemalten und der Technik leben und nicht von der Prominenz der Person. Super Idee, dachte ich. Aber es hat null funktioniert!
Das Malen an sich war nicht das Problem. Männer zu malen ist technisch gesehen oft einfacher als Frauen, weil man durch die markanteren Gesichter und Ausdrücke leichter Effekte setzen kann. Aber das Identifizieren mit den Bildern – das war schwierig. Ich stand da und dachte: „Das bin einfach nicht ich.“ Aha! Die erste große Erkenntnis! Seit Jahren wurde ich gefragt, warum ich meistens Frauen male, und meine Antwort war immer: „Keine Ahnung – es ist einfach so ein Gefühl.“ Und da stand ich nun in meinem Atelier, versuchte Männer zu malen und verstand endlich, warum ich immer Frauenportraits gemalt habe: Weil ich eine Frau bin und mich mit meinen Ladies identifiziere. Weil ich durch sie meine Botschaften ausdrücke! Im Grunde male ich mich selbst, auch wenn es nie ein Selbstportrait ist, identifiziere ich mich mit der Weiblichkeit.
Klare Sache! Ich musste mich mit meinen Boys genauso identifizieren, damit ich sie so authentisch und ausdrucksstark wie meine Ladies malen kann.
Also habe ich teils bewusst, teils intuitiv meine „männliche Seite“ erfühlt. Und ja, ich habe eine männliche Energie! Ich stehe seit Jahren meinen Mann, zumindest im klassischen Rollenmodell, indem ich der alleinige Versorger meiner drei Kinder bin. Ich repariere die Waschmaschine, verlege Platten im Garten und baue selbstgeplante Hochbetten. Ich kann eine Lampe anschließen und sorge dafür, dass meine Kinder und ich beschützt sind.
Kinder und man selbst müssen vor allem Möglichen geschützt werden: vor anderen Kindern, die sie ärgern, unfairen Lehrern, ungesundem Essen, Straßenverkehr und vor Menschen, die ihnen nichts Gutes wollen. Meine „männliche“ Hauptaufgabe liegt also im Schützen. Und mich selbst muss ich auch schützen – meine Nerven vor allem ;-) Das mache ich meistens mit Humor.
Sehr gut, ich hatte also meine Definition von Männlichkeit erkannt. Eine Männlichkeit, wie sich herausstellte, für die es gar keinen Mann braucht, wenn man sie als Frau in sich trägt. Heute bin ich in der Lage, mich und meine Kinder liebevoll und fürsorglich zu beschützen, und ich bin dabei die witzigste Person, die ich kenne (meine Söhne finden mich nicht soooo witzig, eher „peinlich“ oder wie man heute sagt „cringe“, aber ich finde mich unglaublich witzig).
Zurück zu meinen humorvollen und beschützenden Boys. Mit dieser Erkenntnis lief es plötzlich wie am Schnürchen und ich lieeeebe meine Jungs! Ich liebe sie so sehr, dass ich sie mir manchmal aus dem Atelier nach Hause hole, nur um ihre Energie bei mir zu haben. Wenn ich sie anschaue, fühle ich mich so sicher, so bestätigt und einfach wohl. Natürlich werde ich sie verkaufen, aber eigentlich würde ich sie lieber behalten. Aber ich will diese Energie mit euch teilen, mit Menschen, die liebevollen Schutz mit einem Augenzwinkern in sich tragen und einen "daily reminder", dass sie das ganz wunderbar machen und "sicher" sind, gerne um sich haben :-)
Die OH BOY Serie wird ab Herbst 2024 online zum verkauf stehen, genaues Datum wird noch bekannt gegeben. Trage dich hier auf die Warteliste für mehr Infos ein: